Kurz gesagt
Eine weiße Seite bedeutet bei WordPress fast immer, dass ein PHP-Fehler die Seite abbricht, meist nach dem Update eines Plugins, des Themes oder der PHP-Version. Prüfen Sie zuerst Ihr Postfach auf eine Mail von WordPress mit einem Link zum Wiederherstellungsmodus. Hilft das nicht, schalten Sie die Fehleranzeige ein oder deaktivieren Sie die Plugins per FTP.
Was hinter der weißen Seite steckt
WordPress ist in der Programmiersprache PHP geschrieben. Wenn beim Aufbau einer Seite ein schwerer Fehler auftritt, bricht PHP ab. Ist die Fehleranzeige ausgeschaltet, wie es auf Live-Seiten richtig ist, bleibt einfach eine leere Seite übrig. Manchmal erscheint stattdessen der Satz „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website“. Gemeint ist in beiden Fällen dasselbe.
Die häufigsten Auslöser sind:
- Ein Plugin-Update, das mit einem anderen Plugin, dem Theme oder der PHP-Version nicht zusammenpasst.
- Ein Theme-Update oder eine Änderung in der Datei functions.php.
- Eine neue PHP-Version, die der Hoster eingestellt hat und mit der alter Code nicht mehr läuft.
- Zu wenig Arbeitsspeicher für PHP, vor allem bei großen Seiten oder Page-Buildern.
- Ein abgebrochenes Update, bei dem nur ein Teil der Dateien ersetzt wurde.
Schritt 1: Ruhe bewahren und nichts löschen
Ihre Inhalte sind in aller Regel nicht weg. Sie liegen in der Datenbank, und die ist von einem PHP-Fehler nicht betroffen. Löschen Sie deshalb nichts und installieren Sie WordPress nicht neu, bevor die Ursache klar ist. Wenn Sie können, erstellen Sie zuerst eine Sicherung von Dateien und Datenbank, zum Beispiel über die Oberfläche Ihres Hosters.
Schritt 2: Nach der Mail von WordPress suchen
Seit Version 5.2 erkennt WordPress viele dieser Fehler selbst. Es schickt dann eine E-Mail an die Admin-Adresse, oft mit dem Betreff „Deine Website hat ein technisches Problem“. Darin steht, welches Plugin oder Theme den Fehler ausgelöst hat, und ein Link zum Wiederherstellungsmodus. Darüber können Sie sich anmelden, obwohl die Seite nicht läuft, und das fehlerhafte Plugin deaktivieren.
Schauen Sie auch im Spam-Ordner nach. Wenn die Admin-Adresse zu einer Person gehört, die nicht mehr im Betrieb ist, kommt die Mail dort an. Das ist ein guter Anlass, die Adresse zu ändern.
Schritt 3: Die Fehlermeldung sichtbar machen
Wenn keine Mail kommt, brauchen Sie die genaue Fehlermeldung. Dafür verbinden Sie sich per FTP oder über den Dateimanager des Hosters und öffnen die Datei wp-config.php im Hauptordner. Dort ändern oder ergänzen Sie diese Zeilen:
- define( 'WP_DEBUG', true );
- define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
- define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );
Damit schreibt WordPress Fehler in die Datei wp-content/debug.log, ohne sie Besuchern zu zeigen. Laden Sie die Seite einmal neu und öffnen Sie dann die Logdatei. Die letzte Zeile mit „Fatal error“ nennt die Datei, in der der Fehler passiert ist. Steht dort ein Pfad wie wp-content/plugins/name-des-plugins, kennen Sie den Schuldigen.
Schritt 4: Plugins und Theme gezielt ausschalten
Ohne Zugang zum Dashboard deaktivieren Sie Plugins, indem Sie ihren Ordner umbenennen. Benennen Sie zum Beispiel wp-content/plugins/name-des-plugins in name-des-plugins-aus um. WordPress findet das Plugin dann nicht mehr und lädt es nicht. Wenn Sie nicht wissen, welches Plugin es ist, benennen Sie den ganzen Ordner plugins um, prüfen die Seite und schalten dann eins nach dem anderen wieder ein.
Beim Theme funktioniert es genauso: Benennen Sie den Ordner des aktiven Themes um. WordPress fällt dann auf ein Standard-Theme zurück, sofern eins installiert ist. Die Seite sieht anders aus, ist aber wieder erreichbar.
Schritt 5: PHP-Version und Speicher prüfen
Hat der Hoster kürzlich die PHP-Version geändert, finden Sie das in seiner Verwaltungsoberfläche. Oft lässt sich die vorherige Version vorübergehend wieder einstellen. Das ist aber nur eine Übergangslösung: Alte PHP-Versionen bekommen irgendwann keine Sicherheitsupdates mehr. Der eigentliche Weg ist, das Plugin zu aktualisieren oder zu ersetzen.
Steht im Log etwas von „Allowed memory size exhausted“, reicht der Arbeitsspeicher nicht. Den Wert kann man in der wp-config.php mit WP_MEMORY_LIMIT erhöhen, sofern der Hoster das zulässt. Gleichzeitig lohnt die Frage, warum die Seite so viel Speicher braucht.
Wie Sie das nächste Mal verhindern
- Spielen Sie Updates nicht alle auf einmal ein, sondern einzeln, und prüfen Sie die Seite danach.
- Testen Sie größere Updates zuerst auf einer Kopie der Seite, einer sogenannten Staging-Umgebung.
- Sorgen Sie für eine tägliche Sicherung, die sich mit wenigen Klicks zurückspielen lässt.
- Entfernen Sie Plugins, die Sie nicht mehr brauchen. Jedes Plugin ist eine mögliche Fehlerquelle.
- Halten Sie die Admin-Adresse aktuell, damit Warnungen von WordPress jemanden erreichen.
Wenn Ihnen das alles zu technisch ist oder die Seite trotz dieser Schritte weiß bleibt, übernehmen wir die Fehlersuche. Schreiben Sie uns, am besten mit der Adresse der Seite und dem Zeitpunkt, seit dem sie nicht mehr läuft.
Häufige Fragen
- Sind meine Inhalte weg, wenn WordPress nur eine weiße Seite zeigt?
- In aller Regel nicht. Beiträge, Seiten und Einstellungen liegen in der Datenbank, die von einem PHP-Fehler nicht verändert wird. Sobald der Fehler behoben ist, ist alles wieder da.
- Warum ist nur der Admin-Bereich weiß, die Seite aber nicht?
- Dann löst meist ein Plugin den Fehler aus, das nur im Admin-Bereich geladen wird, zum Beispiel ein Editor-Zusatz oder ein Sicherheits-Plugin. Die Schritte sind dieselben: Fehlerprotokoll ansehen und das Plugin per FTP deaktivieren.
- Ich habe keinen FTP-Zugang. Was kann ich tun?
- Die meisten Hoster haben einen Dateimanager in ihrer Verwaltungsoberfläche, mit dem Sie Ordner umbenennen und Dateien bearbeiten können. Die Zugangsdaten für FTP lassen sich dort meist auch neu setzen.
- Kann ich einfach ein Backup zurückspielen?
- Ja, wenn Sie eine aktuelle Sicherung haben, ist das oft der schnellste Weg. Danach sollten Sie aber herausfinden, welches Update den Fehler verursacht hat, sonst passiert es beim nächsten Update wieder.
- Wie erkenne ich, welches Plugin schuld ist, ohne Fehlerprotokoll?
- Benennen Sie den Ordner wp-content/plugins um, damit alle Plugins aus sind. Läuft die Seite dann, benennen Sie ihn zurück und deaktivieren die Plugins einzeln, bis der Fehler wieder auftritt.